Thrombozyten: Normwert und Normalwert

Die normalen Werte des Thrombozyten-Spiegels im Blut

Thrombozyten oder Blutplättchen sind zelluläre Bestandteile des menschlichen Blutes. Der Referenzbereich für ihre Anzahl beträgt bei Frauen und Männern 150 bis 450 x 109 Plättchen pro Liter Blut. Liegt die Zahl der Thrombozyten unter dem Normwert, besteht die Möglichkeit einer Thrombozytopenie. Werte über einer Million Thrombozyten pro Liter Blut deuten auf eine Thrombozytose hin. Abweichungen von den normalen Werten kommen häufig vor und haben neben Krankheiten auch andere Ursachen.

Thrombozyten Blutkörperchen

 

Normwerte bei Thrombozyten sind altersabhängig

Bei Erwachsenen gelten vielfach 150.000 bis 400.000 Stück pro Mikroliter Blut als Normalwert. Kinder liegen bei einem Maximalwert von 350.000. Eine exakte Angabe existiert nicht. Insbesondere für Kinder liegen Normalwert-Angaben von bis zu 440.000 vor. Weitgehende Einigkeit besteht, dass bei jüngeren Menschen höhere Minimalwerte (250.000) gelten.

Warum misst der Arzt die Zahl der Thrombozyten?

Diese Messung ist Bestandteil jedes Blutbildes. Die Anzahl der Blutplättchen ist essenziell für eine ausreichende Wundheilungs-Funktion. Sind zu wenige vorhanden, besteht die Gefahr von Blutungen. Dementsprechend ist eine Klärung angezeigt, wenn ein Patient über zu lange andauernde Blutungen klagt. Auch überraschend auftretende Blutungen sind ein Grund, Normwerte der Thrombozyten zu überprüfen. Bei Verdacht auf Thrombose untersucht der Arzt, ob zu viele Thrombozyten vorhanden sind. In diesem Fall ist es möglich, dass ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Blutgefäß verschließt.

Was tun bei geringfügigen Abweichungen der Thrombozyten vom Normwert?

Maßnahmen sind davon abhängig, wie stark die Abweichung ausfällt. Außerdem sorgen oft besondere Ereignisse für kurzfristige Veränderungen nach oben oder unten. Beispielsweise regt eine Operation mit hohem Blutverlust die Produktion von Thrombozyten an – ohne weitere krankhafte Ursache. Starke körperliche Anstrengungen beim Sport sorgen für mehr Blutplättchen. Hier kann die Zahl kurzfristig um 50 Prozent ansteigen.

Bei Werten, die leicht unter der Norm liegen, zeigt der Körper keine Beschwerde-Merkmale. In diesem Fall trifft der Arzt die Entscheidung, abzuwarten. Dann genügt eine erneute Untersuchung in zeitlichem Abstand, um die weitere Entwicklung zu verfolgen. Geringfügig erhöhte Werte gelten als ungefährlich. Eine weitere Beobachtung reicht zunächst aus.

Was bedeuten starke Abweichungen von den Normwerten für Thrombozyten?

Thrombozytose beschreibt die starke Abweichung nach oben bei einem im Wesentlichen gesunden Menschen. Ursachen sind große Anstrengungen, Operationen oder Entzündungen. Auch Schocks oder die Entfernung der Milz sind bekannte Gründe. Thrombozythämie ist die krankhafte Erhöhung der Thrombozytenzahl mit einer Neigung zu Thrombosen und hämorrhagischer Diathese (krankhaft gesteigerte Blutungsneigung). Hierfür sind viele Ursachen denkbar. Sie reichen von schweren Infektionen über Rheuma bis zu Krebs-Erkrankungen.

Thrombozytopenie steht für eine deutlich zu geringe Anzahl an Blutplättchen. Grund dafür ist entweder, dass der Körper Thrombozyten zu schnell verbraucht oder zu wenige produziert. Ersteres geschieht beispielsweise bei einer Thrombose. Letzteres kommt bei erworbenen Krankheiten vor. So ist es möglich, dass Gewebe, das keine Thrombozyten bildet, die Knochenmarkszellen ersetzt (Myelofibrose).

Seltener sind angeborene Störungen. In diesen Bereich fällt beispielsweise eine besondere Art der Anämie oder das sogenannte Wiskott-Aldrich-Syndrom. Hier produziert der Körper aufgrund einer schlechten Gerinnungs-Fähigkeit des Blutes und eines schwachen Immunsystems zu wenig Thrombozyten. Weitere Ursachen sind chronische Leberkrankheiten wie Leberzirrhose. Dazu kommen durch Viren, Bakterien oder Parasiten verursachte Infektions-Krankheiten.

Wie exakt sind Labor-Untersuchungen der Thrombozyten?

Bekannt ist, dass die Ergebnisse bei Blut-Untersuchungen von Labor zu Labor differieren. Ein Grund ist, dass sie von unterschiedlichen Referenzwerten ausgehen. Damit kann das gleiche Ergebnis normal oder leicht abweichend ausfallen. Eine Rolle spielt, wann das Blut nach der Entnahme zur Untersuchung kommt. Auch jahres- und tageszeitliche Temperatur-Unterschiede machen normwidrige Messergebnisse möglich. Dementsprechend bedeuten Ergebnisse, die leicht von den Normwerten für Thrombozyten abweichen, nicht unbedingt auf eine Krankheit hin.

Erst im Zusammenhang mit anderen Werten und unter Berücksichtigung der konkreten Situation sind sie aussagekräftig. Dementsprechend ist es notwendig, die Werte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt zu klären.

Thrombozyten-Check als Bestandteil des Blutbildes

Aufgrund ihrer Wundheilungs-Funktion ist die Prüfung der Normwerte von Thrombozyten Standard bei jedem Blutbild. Normale Werte sind altersabhängig. Starke Abweichungen kommen vor, ohne einen krankhaften Hintergrund. In jedem Fall besteht die Möglichkeit labortechnischer Ungenauigkeiten. Von der Norm abweichende Befunde sind erst in Verbindung mit weiteren Werten aussagekräftig.

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