Welche Aufgaben haben die Thrombozyten

Die Thrombozyten gehören zu den Bestandteilen des Blutes. Welche Aufgaben erfüllen die kleinen Plättchen mit bis zu vier Mikrometern Durchmesser?

Aufgaben Thrombozyten

Aufgaben der Thrombozyten:

Thrombozyten besitzen eine große Bedeutung bei der Blutgerinnung. Treten Verletzungen an einem Blutgefäß auf, lagern sie sich an das umliegende Gewebe an und stoppen die Blutung.

Thrombozyten bilden vorläufigen Pfropf am verletzten Gefäß

Die Aufgaben der Thrombozyten kommen im Gerinnungssystem des Körpers zum Tragen. Nach ihrer Bildung im Knochenmark zirkulieren die Plättchen neben den weißen und roten Blutkörperchen im Blutkreislauf.

Die scheibenförmigen Bestandteile besitzen keinen eigenen Zellkern. Die Aufgaben der Thrombozyten erfüllen die Blutplättchen nach dem Auftreten einer Blutung. Mediatorstoffe signalisieren als Vermittlerstoffe den Bedarf an der Funktion der kleinsten Zellen des Blutes. Anschließend lagern sich die Thrombozyten am angrenzenden Gewebe des verletzten Blutgefäßes an. Unterstützt von Gerinnungsfaktoren verklumpen die Blutplättchen miteinander und vergrößern ihre Oberfläche mehrfach.

Der Vorgang, welcher die wesentlichen Aufgaben der Thrombozyten umfasst, trägt in der Medizin den Fachbegriff Thrombozytenaggregation. Währenddessen verändern die Blutplättchen ihre Form. Sie nehmen anstelle des ehemals flachen Aussehens eine kugelähnliche Optik an.

Zudem zeigen sich an der Oberfläche Tentakeln. Damit halten sich die verklumpten Blutplättchen gegenseitig fest. Durch das Anlagern und Vernetzen bilden die Thrombozyten an der verletzten Stelle einen Blutpfropf. Letzterer dichtet die Wunde ab und stoppt dadurch den Verlust an Blut. Zusätzlich senden die Thrombozyten Signale aus, die weitere Blutplättchen herbeirufen.

 

Weitere Aufgaben der Thrombozyten:

Ausgesandte Botenstoffe stabilisieren den gebildeten Pfropf

Neben dem Verschließen der Wunde existieren weitere Aufgaben der Thrombozyten. Die mittels der Thrombozytenaggregation entstandene Schicht bildet lediglich eine vorläufige Maßnahme, um die Blutung am verletzten Gefäß zu stillen.

Der Pfropf reicht nicht aus, um die Wunde dauerhaft zu schließen. Deshalb besteht der Prozess der Blutstillung (Hämostase) aus zwei Phasen: der primären und der sekundären Hämostase. Die primäre Hämostase beinhaltet das beschriebene Verklumpen der Thrombozyten. Das Resultat der ersten Phase stellt der erste lose Wundverschluss dar.

Die anschließende sekundäre Hämostase stärkt den vorläufigen Verschluss. Dafür setzen die verklumpten Thrombozyten ihrerseits erneut Botenstoffe frei. Das aktiviert verschiedene Gerinnungsfaktoren im Blutplasma. Bei der folgenden Blutgerinnung bildet sich um den Pfropf der Thrombozyten ein feines Netz aus Fibrinfasern. Das Protein Fibrin besteht aus Molekülen, die sich in Form eines Gitters miteinander vernetzen. Dadurch entsteht der endgültige Blutpfropf – der sogenannte Thrombus.

 

Erhöhte Blutungsneigung als Folge der gestörten Funktion der Thrombozyten

Das Knochenmark bildet kontinuierlich neue Thrombozyten. Die Blutplättchen besitzen eine Lebensdauer von ungefähr zehn Tagen, ehe sie die Milz abbaut. Besitzt der Körper zu wenige Thrombozyten, erfüllen die Blutplättchen ihre Aufgaben nicht mehr im notwendigen Umfang.

Die Folge stellt eine verstärkte Blutungsneigung dar. Bei den Patienten zeigt sich an der Wunde eine längere und stärkere Blutung. Eine stark beeinträchtigte Funktion der Thrombozyten bewirkt sogenannte Spontanblutungen. Hierbei handelt es sich um Blutaustritt ohne äußere Einwirkung. Zusätzlich besteht eine erhöhte Blutungsneigung, wenn es an Mediatorstoffen zur Information der Thrombozyten mangelt.

Die zugehörigen Botenstoffe tragen den Namen „Von-Willebrand-Faktoren“. Patienten mit dem Willebrand-Jürgens-Syndrom besitzen einen Mangel an den genannten Faktoren. Die Krankheit stellt die häufigste angeborene Ursache für eine erhöhte Blutungsneigung dar. Umgekehrt gilt in der Medizin die Wirkung der Thrombozyten in gewissen Fällen als unerwünscht. Bei der Therapie oder zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen verschreiben die Ärzte Thrombozytenaggregationshemmer. Sie unterbinden das Verklumpen der Blutplättchen und verhindern dadurch Blutpfropfen.

Zusammengefasst beziehen sich die Aufgaben der Thrombozyten auf das Stillen des Blutaustritts an einem verletzten Gefäß. Dafür lagern sich die Blutplättchen an, vergrößern ihre Oberfläche und verklumpen. Anschließend setzen sie Botenstoffe frei, wodurch Fibrin den Pfropf stabilisiert.

 

redaktionell bearbeitet durch: Anna Nilsson

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