Erhöhte Thrombozyten

Redaktion : med. Anna Nilsson

Die auch als Blutplättchen benannten Zellen sind die Ersthelfer in unserem Blut. Aber was passiert wenn die Werte der Thrombozyten zu hoch sind, um dies zu ermitteln, wird eine Blutentnahme vorgenommen. Nur so kann ein Arzt festellen ob die Anzahl der Thrombozyten im Normbereich liegt. Es gibt vielfache diagnostische Gründe für die Wichtigkeit, festzustellen, ob die Anzahl der Thrombozyten erhöht ist.

Was tun wenn die  Thromobzyten-Werte erhöht sind?

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Thrombozyten

Im Rahmen des kleinen Blutbildes überprüft der Arzt routinemäßig oder bei Verdacht auf eine Erkrankung die Anzahl der Blutplättchen, die Thrombozyten.

Die Höhe des Wertes veranlasst ihn möglicherweise zu weiteren Untersuchungen. Ist die Zahl der Thrombozyten zu hoch, hat dies gewöhnlich harmlose Ursachen. Selten liegt eine ernsthafte Erkrankung zugrunde.

Wann gelten die Thrombozyten als zu hoch?

Die Zahl der Thrombozyten im Blut ist bei Kindern und Erwachsenen etwa gleich hoch. Gemessen bei Patienten im nüchternen Zustand gelten Werte zwischen 150.000 und 400.000 pro Mikroliter als normal. Zählt das Labor 700.000 Thrombozyten, handelt es sich um einen mild erhöhten Wert. Als moderat erhöht gelten Werte, die zwischen 700.000 und 900.000 Thrombozyten liegen. Von einer schweren Erhöhung spricht der Mediziner bei einer Thrombozytenzahl, die 900.000 pro Mikroliter Blut übersteigt. Je nachdem, in welchem Labor die Untersuchung des Vollblutes stattfindet, weichen die Referenzwerte leicht voneinander ab.

 

Im Laborbericht erkennt der Mediziner die Thrombozytenwerte an den Abkürzungen:

  • THRO,
  • PLT,

PLT steht für das englische Wort „platelets“, was übersetzt „Blutplättchen“ oder „Thrombozyten“ bedeutet.

Sind die Thrombozyten zu hoch, verwendet der Arzt für diesen Umstand verschiedene Bezeichnungen. Dabei beschreibt die Thrombozytose eine vorübergehend erhöhte Thrombozyten-Zahl im Vollblut. Mediziner grenzen sie ab von der Thrombozythämie. Bei ihr bleibt der Zustand der Vermehrung der Thrombozyten erhalten.

Als Beispiel dafür kommt die essenzielle Thrombozythämie (ET) infrage. Dabei handelt es sich um eine selten vorkommende Krankheit. Mediziner zählen sie zu den als myeloproliferativ bezeichneten malignen hämatologischen Erkrankungen. Sie stellt keine Krebserkrankung dar.

 

Gesund und dennoch hohe Thrombozytenwerte?

Sind bei einem gesunden Menschen die Thrombozyten erhöht, hat dies möglicherweise emotionale Ursachen.

  • Angst,
  • Depression,
  • Stress
  • oder Schock-Zustände

vermögen, die Zahl der Thrombozyten zu erhöhen. Ein weiterer Faktor, der zu einer vorübergehenden Erhöhung von bis zu 50 Prozent der Blutplättchen-Anzahl führt, ist die körperliche Anstrengung. Durch sie kommt es mitunter in der Schwangerschaft dazu, dass die Thrombozyten zu hoch sind. Bei genannten Faktoren setzt die Milz vermehrt Blutplättchen frei. Das Organ speichert etwa dreißig Prozent der Thrombozyten.

Ärzte beobachten zudem nach Operationen und stärkeren Blutungen, dass die Zahl der Thrombozyten zu hoch ist. Um den Blutverlust auszugleichen, produziert der Körper vermehrt Thrombozyten. Nach der Entfernung der Milz, der Splenektomie, vermehren sich die Thrombozyten zunächst auf über eine Million pro Mikroliter. Bis auf eine leichte Erhöhung normalisiert sich dieser Zustand in der Regel wieder.

 

Weitere Gründe für eine vorübergehend hohe Anzahl an Thrombozyten

Befindet sich eine Entzündung im Körper, kommt es zu einer erhöhten Thrombozyten-Zahl. Begründet liegt sie möglicherweise in einer Infektion der Atem- oder Harnwege. Der Körper nimmt den Kampf gegen den Entzündungsherd auf und produziert Blutplättchen in großen Mengen.

Stellt ein Arzt fest, dass die Anzahl der Thrombozyten erhöht ist, und er vermag, keine offensichtliche Verletzung festzustellen, hat er alle Indizien für eine Entzündung im Körper. Er untersucht seinen Patienten dahin gehend.

Eisenmangel gilt als weiteres Risiko für erhöhte Thrombozyten-Zahlen. Er entsteht durch eine schlechte Verwertung des zugeführten Eisens, durch mangelhafte Ernährung oder durch Blutungen, möglicherweise verursacht durch ein Magengeschwür oder Entzündungen im Darmtrakt.

 

Tritt eine Thrombozytose als Reaktion auf eine Erkrankung oder eine Blutung auf, bezeichnen Mediziner diese als sekundär oder alternativ als reaktiv. Die Anzahl der Blutplättchen übersteigt dabei selten eine Million pro Mikroliter.

 

Ursachen für dauerhaft hohe Thrombozyten-Werte

Tritt eine Erhöhung der Blutplättchen-Anzahl nicht sekundär auf, handelt es sich wie bei der essenziellen Thrombozythämie um eine primäre Erhöhung der Thrombozyten.

Die Erkrankung betrifft Frauen öfter als Männer. Sie verändert die blutbildenden Stammzellen, die daraufhin übermäßig viele Thrombozyten produzieren. Die Anzahl der Blutplättchen nimmt langsam, aber konstant, zu.

Nach mehrfachen Untersuchungen des Vollblutes mit dem jeweiligen Ergebnis geht der Arzt von einer essenziellen Thrombozythämie aus. Die bei der Erkrankung gemessene Thrombozytenzahl erreicht in der Regel Werte zwischen 150.000 bis 400.000 pro Mikroliter und steigert sich im Laufe der Zeit auf mehr als eine Million Thrombozyten.

 

Als Bestätigung seiner Diagnose finden sich im Blutausstrich des Patienten verklumpte Blutplättchen, Bruchstücke von Megakaryozyten sowie Riesenthrombozyten. Eine Knochenmark-Punktion bringt typische Veränderungen wie unreife Zellen als Beweis hervor. Ein Gentest weist die typische JAK2-Mutation nach. Die Therapie der unheilbaren Erkrankung besteht in der Vermeidung von Komplikationen.

 

Wie wirkt sich die hohe Zahl an Thrombozyten auf die Gesundheit aus?

Die durch die essenzielle Thrombozythämie hohe Anzahl an Blutplättchen bewirkt eine erhöhte Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Es besteht ein großes Risiko für Thrombosen und ihren Folgen wie

  • Beinvenen-Thrombosen,
  • Schlaganfall,
  • Milzinfarkt,
  • Lungenembolie,
  • akute myeloische Leukämie,
  • Osteomyelofibrose einschließlich Versagen der Funktion des Knochenmarks,
  • erhöhte Blutungsneigung und als dessen Folge:
  • Hirnblutungen,
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

 

Eine leichte Erhöhung der Blutplättchen-Anzahl bei einer reaktiven Thrombozytose, beispielsweise verursacht durch eine Entzündung, stellt ein geringes Risiko für eine Thrombose dar.

 

Welche Therapie eignet sich bei einer erhöhten Anzahl von Thrombozyten?

Sind die Thrombozyten stark erhöht erfolgt die Therapie nach der Einstufung des Risikos. Ist die Gefahr einer Thromboembolie nicht gesichert, reicht eine sorgfältige Kontrolle. Bei mittlerem Risiko erfolgt die Therapie mit ASS. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure verhindert ein Verklumpen der Thrombozyten. Die Medikation birgt eine Gefahr, wenn neben der erhöhten Thrombozyten-Zahl eine Blutungsneigung besteht.

Ein Ansteigen der Thrombozytenzahl auf über eine Million pro Mikroliter Vollblut zieht die Therapie mit Hydroxyurea nach sich. Dieser Wirkstoff reduziert neben den Thrombozyten auch alle anderen Blutzellen. Nach Absetzen des Medikaments erhöht sich deren Anzahl schnell.

 

Anagrelide gehören zu den möglichen Medikamenten mit zellreduzierenden Eigenschaften. Die Therapie damit erfolgt ab einer Thrombozytenzahl von 1 Million pro Mikroliter. Die Wirkung beschränkt sich auf die Thrombozyten. Sie verzögern das Reifen der Megakaryozyten, sodass diese weniger Blutplättchen produzieren. Die Wirkung verliert sich nach Absetzen des Medikaments.

Interferon Alpha reduziert die Anzahl der Zellen ebenfalls. Die Therapie leitet der Arzt wie bei Hydroxyurea und Anagrelide ab einer Zellzahl, die eine Million pro Mikroliter Blut übersteigt, ein. Die Gabe erfolgt durch tägliche oder wöchentliche Injektionen. Nach Absetzen des Interferon Alpha kommt es erneut zu einer erhöhten Thrombozyten-Zahl. Die Steigerung erfolgt langsamer als bei den anderen zellreduzierenden Therapien.

 

So vermeidet der Patient selbstständig schwerwiegende Komplikationen, wenn die Zahl der Thrombozyten zu hoch ist

Bei einer erhöhten Thrombozyten-Zahl im Vollblut vermeidet der Patient schwerwiegende Komplikationen indem er:

  • auf Nikotin verzichtet,
  • sich regelmäßig bewegt,
  • eine Austrocknung durch regelmäßige Flüssigkeitszufuhr verhindert (zwei Liter pro Tag),
  • langes Sitzen vermeidet,
  • bei Verdacht auf Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechsel-Störungen frühzeitig seinen Arzt aufsucht und
  • sein Gewicht reduziert.

 

Erhöhte Thrombozyten-Zahl und ihr Risiko in der Zusammenfassung

Findet der Arzt bei der Untersuchung des Vollblutes eine erhöhte Thrombozyten-Zahl handelt es sich um eine Thrombozytose. Diese ist mit großer Wahrscheinlichkeit harmlos und durch verschiedene Faktoren wie Stress oder Anstrengung entstanden.

Eine reaktive Thrombozytose wie sie bei Verletzungen und Infektionen entsteht, bedarf keiner weiteren Behandlung, aber einer regelmäßigen Beobachtung. Handelt es sich jedoch um eine primäre Thrombozytose, der essenziellen Thrombozythämie, ist Vorsicht geboten. Sie bedarf der Therapie mit blutgerinnungs-hemmenden Mitteln wie ASS. Die weitere Behandlungs-Methode besteht in der Gabe von zellreduzierenden Medikamenten wie Interferon-beta, Anagrelide oder Hydroxyurea. Durch verschiedene Verhaltensweisen verringert der Patient unterstützend das Entstehen von Thrombosen und deren Folge-Erkrankungen.

 

Verweise:

http://de.biomanantial.com/hohe-thrombozyten-thrombozytose-a-2286-de.html

http://www.medizinfo.de/krebs/cmpe/et_therapie.shtml

Messen der Thrombozytenanzahl

 

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