Thrombozyten im Citratblut zu niedrig

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Warum gibt es einen niedrigen Thrombozytenwert im Citratblut?

Speziell, um die Anzahl der Blutplättchen zu messen, verwenden die Mediziner das Citratblut. Bei ihnen handelt es sich um die Thrombozyten, die beispielsweise für den Wundverschluss sorgen. Einen zu niedrigen Wert dieser Zellen nennen Fachleute Thrombozytopenie. Ebenso zeigen sich die Thrombozyten im Citratblut niedrig, wenn die Betroffenen an einer Krankheit leiden. Besonders aus Autoimmun-Erkrankungen resultiert eine Blutplättchen-Armut. Jedoch besteht die Möglichkeit einer Pseudo-Thrombozytopenie.

Thrombozyten im Citratblut
Thrombozyten im Citratblut © Christian Schwier – Fotolia.com

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Die Messung der Blutplättchen erfolgt im Citratblut

Die Anzahl der Blutplättchen im Citratblut spielt in der Medizin eine wesentliche Rolle. In dieser Substanz messen die Ärzte den Thrombozytenwert. Dies geschieht durch eine maschinelle Zählung. Als Probe reichen von dem Patienten drei Milliliter Citratblut. Eine Messung erfolgt beispielsweise, wenn der Betroffene zu häufigen Blutungen neigt. Zeigen sich die Thrombozyten im Citratblut zu niedrig, deutet das Ergebnis auf eine Thrombozytopenie hin.

Dabei handelt es sich um eine verringerte Anzahl der Blutplättchen. Liegen diese unterhalb des Normwerts, treten bei den Betroffenen unter Umständen gesundheitliche Risiken auf. Beispielsweise schließen sich kleinere Wunden langsam. Auf der Haut der Patienten entstehen blaue Flecken, die scheinbar keinen Ursprung haben. Auch ein erhöhtes Risiko an Nasenbluten oder blutendem Zahnfleisch zu leiden, besteht. Neben einer Thrombozytopenie deuten niedrige Thrombozyten im Citratblut auf eine Pseudo-Thrombozytopenie hin.

Bei einer Pseudo-Thrombozytopenie besteht keine Gefahr

In einigen Fällen leiden die Betroffenen ausschließlich an einer Pseudo-Thrombozytopenie. Hierbei besteht kein Mangel an den Blutplättchen. Bei der Messung erfasst die entsprechende Maschine nicht alle relevanten Zellen. Oftmals liegt das an einer allergischen Reaktion der Patienten auf einen EDTA-Zusatz. Die maschinelle Zählung der Blutplättchen erfolgt in dem EDTA-Vollblut.

Dabei fügen die Mediziner der entnommenen Blutprobe den EDTA-Zusatz hinzu. Unter Umständen entstehen durch die Zugabe Thrombozyten-Aggregate, welche die Zellzählgeräte nicht erkennen. Als Folge entsteht eine fälschlich erniedrigte Thrombozytenzahl. Alternativ messen die Mediziner die Blutplättchen wiederholt im Citratblut. Jedoch zeigen sich auch diese Proben in der Regel nicht frei von den EDTA-Zusätzen. Für ein korrektes Resultat wiederholen die Ärzte die Messung zu einem späteren Zeitpunkt mit einer frischen Blutprobe.

Um ein unverfälschtes Ergebnis zu erhalten, erfolgt die Blutentnahme mit der Citrat-Monovette. Auch die Verwendung des Citrat-Vacutainers findet Anwendung. Nach der Entnahme der Blutprobe mischen die Mediziner das Blut. Dafür drehen sie das Röhrchen auf den Kopf und achten darauf, die Probe unter keinen Umständen zu schütteln. Auch dies führt zu einem verfälschten Resultat.

 

Wann ist der Thrombozytenwert erniedrigt?

Zeigen sich die Thrombozyten im Citratblut zu niedrig, liegen sie unter dem normalen Wert. Dieser variiert bei Männern und Frauen. Ebenso gibt es eine deutliche Unterscheidung der Normwerte bei Kindern und Erwachsenen. Bei weiblichen Säuglingen im Alter von einem Monat liegt der Normwert der Blutplättchen bei 279.000 bis 571.000 Stück pro Nanoliter Blut, bei männlichen Babys in diesem Alter bei 248.000 bis 586.000 Blutplättchen je Nanoliter Blut.

Unterschreitet der Thrombozytenwert 248.000, leiden die Kinder an einer Thrombozytopenie. Bei Mädchen mit zwölf Jahren zeigt sich ein verringerter Wert im Citratblut, wenn die Stückzahl unter 199.000 Blutplättchen je Nanoliter Blut liegt. Bei Frauen über 18 Jahren besteht ein niedriger Thrombozytenwert bei unter 140.000 Stück pro Nanoliter Blut.

Ab diesem Alter unterscheiden sich die Normwerte zwischen Männern und Frauen nicht mehr.

Krankheiten sorgen für niedrige Thrombozytenwerte

Ein niedriger Wert der Blutplättchen im Citratblut resultiert aus verschiedenen Krankheiten. Beispielsweise leiden die Patienten an einer Autoimmun-Thrombozytopenie. Auch aplastische Anämien sorgen für einen verringerten Thrombozytenwert. In einigen Fällen verantworten bakterielle und virale Infektionen niedrige Thrombozyten im Citratblut. Weitere Ursachen zeigen sich in Form von:

  • dem Antiphospholipid-Syndrom,
  • einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie,
  • einer akuten oder chronischen Leukämie,
  • einem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS)
  • oder dem von-Willebrand-Syndrom Typ 2B.

Auch eine portale Hypertension sorgt für einen niedrigen Blutplättchen-Wert im Citratblut. Des Weiteren verringert sich die Konzentration der Thrombozyten bei einer Zytostatika-Behandlung. Die Verbrauchs-Koagulopathie führt im gleichen Fall zu einem erniedrigten Wert.

 

Niedrige Thrombozytenwerte in der Zusammenfassung

Um die Anzahl der Blutplättchen im Blut zu messen, verwenden die Mediziner ein Zellzählgerät. Mithilfe einer maschinellen Zählung erfassen sie die Thrombozytenzahl in dem Citratblut. Der Normwert der Blutplättchen unterscheidet sich bei Jungen und Mädchen bis zum 18. Lebensjahr deutlich. Danach existiert kein Unterschied zwischen den normalen Werten bei Männern und Frauen. Eine Thrombozytopenie liegt vor, wenn die Konzentration der Blutplättchen den Normwert unterschreitet. Dies geschieht bei diversen Krankheiten.

 

Quellen und weiterführend:

https://www.uniklinik-ulm.de/struktur/institute/klinische-chemie/home/praeanalytik/untersuchungen-leistungsverzeichnis/tuv/thrombozyten.html

https://www.endokrinologikum.com/labor/analytik/basislabor/haematologie/labor-haema/thrombozyten_citratblut.html