Thrombozytopenie nach Chemotherapie

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Wie zeigt sich der Thrombozyten-Wert nach der Chemotherapie?

Eine Chemotherapie nimmt vorwiegend bei der Bekämpfung von Krebs einen hohen Stellenwert ein. Dabei verändern sich die Blutwerte der Patienten. Speziell sind die Thrombozyten bei der Chemo niedrig. Ihr Wert sinkt unter 120.000 Blutplättchen in einem Mikroliter Blut. Die Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Thrombozytopenie bei der Chemotherapie. Sinkt die Zahl der Blutplättchen genannten Thrombozyten, kommt es unter Umständen zu spontanen Blutungen. Beispielsweise bemerken die betroffenen Patienten ein vermehrt auftretendes Nasenbluten.

Leuozytenwerte bei Chemo
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Die Chemo beeinflusst den Thrombozyten-Wert

Bei einer Chemotherapie nehmen die Patienten unterschiedliche chemische Arzneien ein. Diese sorgen für eine Vernichtung der Krebszellen in dem Organismus. Bereits zu Beginn der Behandlung sinken die Blutwerte der Betroffenen deutlich ab. Das bedeutet, die Menge dieser Werte liegt unter dem Normbereich. Das Absinken der Blutwerte betrifft:

  • die roten Blutkörperchen (Erythrozyten),
  • die weißen Blutkörperchen (Leukozyten),
  • das Hämoglobin
  • sowie die Blutplättchen (Thrombozyten).

Der Wert der Blutplättchen erniedrigt sich auf unter 120.000 Stück in einem Mikroliter Blut. Diesen Zustand bezeichnen Ärzte als Thrombozytopenie bei der Chemotherapie. Der Normwert der Thrombozyten liegt bei 150.000 bis zu 450.000 pro Mikroliter Blut. Bereits eine leicht sinkende Konzentration der Blutplättchen sorgt für ein verstärkt einsetzendes Nasen- oder Zahnfleischbluten.

Leuozytenwerte bei Chemo

Sinkt der Thrombozyten-Wert auf weniger als 80.000 Blutplättchen je Mikroliter Blut, setzen spontane Blutungen ein. Beispielsweise bemerken die betroffenen Patienten rote Pünktchen an ihren Waden. Diese Wunden besitzen die Größe eines Stecknadelkopfes und beginnen zu bluten. Im Fall einer starken Thrombozytopenie bei der Chemotherapie suchen die Betroffenen zwingend den behandelnden Arzt auf.

Bereits nach den ersten Tagen der Behandlung sinken die Blutwerte der Patienten. Somit zeigen sich die Thrombozyten bei der Chemo niedrig. Den Tiefpunkt erreichen sie vierzehn Tage nach Beginn der Therapie. Unter Umständen beträgt der Thrombozyten-Wert der betroffenen Patienten 50.000 oder weniger Blutplättchen je Mikroliter Blut. Tritt dies ein, rechnen die Erkrankten vermehrt mit Spontanblutungen. Neben Nasenbluten kommt es zu Hämatomen oder Petechien der Schleimhäute.

Im schlimmsten Fall entstehen durch die Thrombozytopenie Hirnblutungen oder Blutungen im Magen-Darm-Bereich. Ein Thrombozyten-Wert unter 80.000 Stück pro Mikroliter Blut erhält eine klinische Relevanz. Liegt dieser Wert unter 50.000 Blutplättchen in einem Mikroliter Blut, benötigen die Betroffenen entsprechende Medikamente. Diese sorgen dafür, dass keine gefährlichen Hirnblutungen auftreten.

 

Symptome der Thrombozytopenie nach der Chemo

Nach einer Chemotherapie achten die Patienten auf die Symptome eines Mangels an Blutplättchen. Geplatzte Äderchen oder plötzlich auftretende blaue Flecken weisen auf die Thrombozytopenie hin. Die Thrombozyten übernehmen im Körper die Aufgabe, blutende Wunden zu schließen. Sie stoppen die Hämorrhagien, indem sie auf ihnen Grind bilden. Fehlen die Blutplättchen, beginnen selbst kleinste Wunden, stark zu bluten. Innerhalb kurzer Zeit kommt es zu einem bedeutenden Blutverlust.

Speziell nach einer Chemotherapie zeigt sich die Immunabwehr der Betroffenen geschwächt. Somit gelangen Viren und Bakterien einfacher über offene Wunden in den Organismus. Die Thrombozyten stoppen die Erreger durch den entstehenden Grind. Daher erhalten sie auch nach der Chemo eine hohe Relevanz. Ihre Anzahl darf den kritischen Wert von 50.000 Stück pro Mikroliter Blut nicht unterschreiten.

Zehn bis vierzehn Tage nach der Chemo sind die Thrombozyten niedrig. In diesem Zeitraum erreichen sie ihren tiefsten Wert. Daher erfolgt zwei Wochen nach der Behandlung eine Blutuntersuchung. Stabilisiert sich die Konzentration der Blutplättchen, folgt die nächste Chemotherapie. Hierbei spielt eine ausreichende Regenerationszeit eine bedeutende Rolle. Erst, wenn sich die Thrombozyten-Zahl dem Normwert nähert, zeigt sich der Körper für eine weitere Behandlung bereit.

Die Folgen einer Thrombozytopenie

Fehlen dem Organismus die Blutplättchen, besteht die Gefahr schwerwiegender Folgen wie einer Thrombozytopenie. Besonders bei einer Chemotherapie entstehen im Bereich der Blutungen Inflammationen. Beispielsweise leiden die Patienten vermehrt an einer oralen Mukositis, einer Entzündung der Mundschleimhaut. Auch andere Schleimhäute unterliegen dem Befall verschiedener Bakterien. Dies liegt daran, dass durch die Thrombozytopenie kleine Wunden entstehen.

Die Blutplättchen schließen nicht sämtliche Blutungen. Somit gelangen die Fremdkörper in die Wunden. Entzündungsherde entstehen. Die Schleimhäute gehören zu den empfindlichsten Regionen im Körper. Daher bilden sich die Entzündungen vermehrt in diesen Bereich. Des Weiteren sorgen die niedrigen Blutwerte zusätzlich für eine erhöhte Infektionsgefahr. Das Risiko von Folgekrankheiten steigt.

 

Die Thrombozyten bei der Chemotherapie zusammengefasst

Im Verlauf einer Chemotherapie sinken rote und weiße Blutzellen ebenso wie die Thrombozyten unter den Normwert. Beträgt der Wert 80.000 Blutplättchen oder weniger pro Mikroliter Blut, erhält dies klinische Relevanz. Hierbei steigt das Risiko von spontanen Blutungen. Bei einer Blutplättchen-Menge unter 50.000 Stück je Mikroliter Blut leiden die Betroffenen beispielsweise an Magen-Darm- oder Hirn-Blutungen.